Der Winter gibt uns die Gelegenheit das neue Reglement in einigen Besonderheiten auszuprobieren. In diesem Monat zunächst die gravierendste Änderung. Der Hochweitsprung ist ab nächstem Jahr für alle Klassen in Höhe und Breite genau festgelegt. Eine prima Sache, weil hier schon lange kein Jumping mehr das Thema war.

Schnell hingestellt wird hier eine der (meiner Meinung nach wichtigen) Neuerungen im Reglement geübt. Der Hochweitsprung ist ab diesem Jahr wie folgt geregelt:

Zwei Einfachsprünge ausschließlich mit Stangen werden zusammengestellt, um einen Doppelsprung zu formen. Die Stangen sind in aufsteigender Form mit einem Höhenunterschied von 15 bis 25 cm aufzulegen.

Die höchste Hürde ist als letzte zu stellen. Für die

Kategorie "S" von 25 bis 35 cm
Kategorie "M" von 35 bis 45 cm
Kategorie "L" von 55 bis 65 cm

Die totale Tiefe darf folgende Maße nicht überschreiten:

0,30 m für die Kategorie "S"
0,40 m für die Kategorie "M"
0,55 m für die Kategorie "L"

Auch im alten Regelwerk gab es den Hochweitsprung. Jedoch war seine Tiefe nicht umfassend geregelt (für Minis). Nun haben wir Masse, nun können wir üben :)
Also, der Sprung 8 ist der Hochweitsprung. Baut ihn für euren Hund auf die Maximalmasse auf, denn schliesslich kann euch das auf dem nächsten Turnier schon passieren.

Wenn euer Hund noch nie ein solches Gerät gesprungen ist, oder ein unsicherer Springer ist, dann übt das Hindernis zunächst gesondert und etwas enger. Steigert euch dann auf die vorgegebenen Masse und fangt erst dann mit den Übungen an. Bei den Übungen wird der Hochweitsprung mal von rechts und mal von links gesprungen. Achtet darauf, dass ihr die Stangen dazu umlegt, damit immer die vordere tiefer liegt.

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Zunächst ein einfacher Durchgang mit viel Anlauf zum gefährlichen Hoch-Weitsprung. Einige Hundeführer geben für diesen Sprung ein anderes Kommando, manche geben nur für diesen ein Kommando, andere betonen mit einer Bewegung des Arms, dass hier was besonderes passiert. Was ihr auch immer tun wollt, macht es jedes Mal gleich. Nur dann hat der Hund eine Chance zu begreifen, dass immer dann höheres und weiteres Springen gefordert ist.

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Und nun mal mit einigen Tücken. Für die ersten 4 Geräte gibt es mehrere mögliche Wege. Vielleicht ist es klug über die ersten zwei Sprünge abzurufen. Dann hat man einen günstigen Ausgangspunkt für den Slalomeingang. Oder mit dem Hund an der linken Seite durchlaufen, dann muss man aber schnell um die 4 herum kommen, um den Hund zur 7 drücken zu können. Oder mit dem Hund an der rechten Seite und hinter ihm wechseln (vor oder nach 7). Probiert einfach aus was bei euch am besten klappt. Der Schluss ist recht simpel. Wieder mit Schwung und gerade vor den Hoch-Weitsprung. 4, 5 und 6 bilden für den Hund eine gerade Linie. Während er über der 6 ist könnt ihr bequem zwischen 5 und 6 hinter ihm wechseln, damit er zum Zielsprung 2 kommt. Mit einem Hund der selbständig vorwärts arbeitet vielleicht sogar zwischen 4 und 5, dann wird der Bogen zur 2 möglicherweise knapper.

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Ich hör sie schon rufen: "Soooo schräg??". Dabei ist es eure Entscheidung. Führt den Hund einfach in grösserem Bogen an die 8 heran und schon wirds weniger schräg. Platz ist schliesslich genug. Überhaupt solltet ihr versuchen immer den rundesten Weg zu wählen. Wer weiss, dass sein Hund Stangen reisst, wenn er schräg springt, führt ihn eben möglichst gerade an die Sprünge heran. Der Weg zu 7 funktioniert genau so. Je schräger der Hund springen kann, desto kürzer darf der Weg bemessen sein.

3-7-8-9-11-7-4-2
Schon während der Hund im Tunnel ist kann man sich möglichst günstig positionieren. Dann ist der Winkel zum Hochweit besser und man hat nicht so einen langen Weg. Nach der 4 sieht der Zielsprung 1 unter Umständen recht verlockend aus - hier ist also Vorsicht angebracht.

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Länger und kniffliger - aber auch spannender :). Hauptschwierigkeit ist sicher der falsche Tunneleingang. Sowohl der Eingang ist nicht einfach. Die 9 liegt doch sehr verlockend. Ebenso ist der Slalomeingang nicht ganz einfach. Es würde zu weit führen hier alle möglichen Wege vorzuschlagen. Probiert den Durchgang auf jeden Fall mindestens drei Mal aus und löst diese Stelle immer anders. Der Hochweitsprung wird diesmal aus kürzerer Entfernung angegangen. Aber inzwischen weiss der Hund ihn ja schon gut einzuschätzen.

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Der Anlauf zum Hochweit kam ja schon mal vor und sollte keine Schwierigkeiten machen. Die 7 ist natürlich eine interessante Verleitung. Lauft nicht zu dicht heran und guckt nicht wie das Kaninchen auf die Schlange. Ein kurzer Ruf und ein beherztes Wegdrehen sollten den Hund sicher zur 4 bringen. Dann noch ein letzter Seitenwechsel und mit dem Hund auf der linken Seite gehts über die Aussenbahn nach Hause.

Einige knifflige Übungen waren sicher dabei. Aber eine gewisse Herausforderung sollte das Training ja immer bieten. Wenn ihr zu einfach übt, werdet ihr unter Umständen beim nächsten Turnier überrascht.

 

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