Wahnsinnig schnell aufgebaute kleine Übung, die Hund und Hundeführer ein bisschen Feeling für selbständiges Arbeiten vermitteln kann.

Hürden die nebeneinander stehen sieht man recht häufig auf Turnieren. Und gerade bei Anfängerhunden treten hier Schwierigkeiten auf. Der Hund ist es noch nicht gewohnt schräg zu springen und reisst deshalb Stangen. Oder der Hund kommt sich auf der gegenüberliegenden Seite der Reihe so alleine vor, dass er unmittelbar nach dem Landen wieder zum Hundeführer springt. Das häufigste Problem ist jedoch der Hundeführer, der nicht so recht weiss, wie er den Hund über diese Kombinationen führen sollte.

Bevor es losgeht noch einen wichtigen Hinweis zum Aufbauen: Der Abstand zwischen den parallelen Hürden und dem Sprung 3 muss so gross sein, dass der Hund von 2 zu 4 kommen kann, ohne den Sprung 3 zu nehmen.

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Der erste Parcours ist recht simpel. Der Hund steht am Start sinnvollerweise links vom Hundeführer. Auf das Kommando hin springt er selbständig über den ersten Sprung. Der Hundeführer bleibt auf der unteren Seite. Sobald der Hund gelandet ist, bekommt er das Signal zum Hundeführer zurück zu springen, über 2. Hierbei ist es entscheidend, dem Hund die Richtung (auf dem Bild nach rechts) deutlich vorzugeben. Nach der nächsten Landung, schickt man ihn über Sprung 4 wieder auf die andere Seite und ruft ihn über 6 wieder zu sich. Der Hundeführer bleibt konstant auf der unteren Seite und bewegt sich parallel mit dem Hund zur Seite. Versucht nicht es unnötig schwierig zu machen. Wenn ihr neben den Sprüngen herlauft, sollte der Hund fast von selbst alle nehmen.

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Im Grunde dasselbe Spiel wie vorhin mit einigen kleinen Ausschmückungen. Die ganz große Verleitung ist der Sprung 7. Wenn der Hund nach 6 landet, steht er gewissermassen schon absprungbereit für 7. Der ist aber überhaupt nicht dran! Also frühzeitig mit dem Körper andeuten, daß es Richtung 4 weitergehen wird. Am besten schon auf dem Weg vom Tunnel zu den Hürden. Das Hin-und Herschicken funktioniert genau wie eben.

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Ein etwas längerer und kniffliger Durchgang. Zunächst natürlich die Frage: "Wie komme ich am Sprung 4 vorbei?" Bisher wurde dem Hund ja immer eindeutig signalisiert, daß er auf die andere Seite springen sollte, bzw. dass er auf unsere Seite zurück springen musste. Hier ist jetzt genau das Gegenteil nötig. Arme dicht zum Körper, nicht den Sprung angucken, zügig zu 6 laufen und dann erst das deutliche Signal zu springen geben. Wenn dieser Part gut klappt solltet ihr die Übung direkt wiederholen, indem ihr auf der oberen Seite lauft. Also über den ersten Sprung abrufen, über 2 schicken, den Hund alleine an 4 vorbeilaufen lassen und über 6 rufen. Beide Varianten sind im Turnier immer wieder nützlich und erfordern kein großes Können, sondern vielmehr einige Versuche, damit Hund und Hundeführer für diese Sache ein Gefühl bekommen. Der restliche Durchgang lässt sich auf 1000 verschiedenen Wegen flüssig durchlaufen. Er sollte keine großen Probleme bereiten.

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Bei dieser Übung gehts mir insbesondere um den Schluss. Führt zunächst mal so, wie ihr den Parcours immer führen würdet. Wahrscheinlich lauft ihr mit dem Hund gemeinsam unten von 2 nach 7. Das geht sicherlich auch. Aber versucht mal was passiert, wenn ihr die Kombination von oben führt, also hinter 4 und 6 bleibt. Wenn ihr die vorigen Übungen ausführlich probiert habt, sollte der Hund dabei genauso sicher sein. Aber weil ihr einen kurzen Weg habt, könnt ihr deutlicher vorm Hund bleiben, und ihn auf dem langen hürdenlosen Weg von 2 zu 7 besser vorwärts ziehen.

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Dieser Parcours sieht beim ersten Angucken vielleicht ganz harmlos aus. Er hat es aber, wie ihr vielleicht beim Üben bemerken werdet, fausdick hinter den Ohren. Die erste große Verleitung ist der Tunnel. Der Weg von 3 zu 6 ist recht lang und der Tunnel liegt wirklich äußerst verlockend. Achtet darauf die Hände bei euch zu behalten, und dreht den Körper etwas weg. Bloss nicht in den Tunneleingang sehen! Wenn ihr diese erste große Klippe gemeistert habt, steht ihr direkt vor der nächsten Schwierigkeit. Wie schon bei einer der oberen Übungen ist hier der Sprung 7 eine große Verlockung. Diesmal kommt der Hund mit mehr Schwung und deshalb auch schneller an. Darum ist die Verlockung um so größer. Also erneutes verschärftes Aufpassen ist angesagt. Wenn ihr den Hund auch hier durchmanövriert habt, kommt die letzte der drei Schwierigkeiten. Jetzt sieht der Hund nämlich nach dem Landen den Sprung 3, der aber auch nicht dran ist. Also frühzeitig zum Tunnel locken, viel mithelfen, dem Hund Platz lassen. Wenn ihr den Hund dann glücklich im Tunnel habt, darf er endlich die zwei Sprünge nehmen, die er auch sieht. Euer Hund hat hier nach ein besonders dickes Lob verdient und weils so kompliziert war, sind wir hiermit für dieses Mal auch fertig.

 

Bewertung: 4 / 5

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